Und hier etwas über die Geschichte des Landes Ostpreußen. Einst war es die Große Wildnis. Der Landkreis Preußisch Holland. Dieser Landkreis wird auch Oberland genannt: Oberland. Ein von mehreren Seenketten durchzogenes Flachland, das in sich fast 100 Meter Steigung aufweist. Die eine Seenkette reicht vom Ewingsee bis zum Geserichsee, eine andere vom Rötloffsee und Drewenzsee bis zum Pinnausee. Dazwischen liegen weite Buchenwälder mit altem Baumbestand. Die Wasserstraße (Oberländischer Kanal) verbindet die Städte Elbing und Osterode. Westlich dieser Straße liegen eine Reihe bekannter ostpreußischer Güter wie Finckenstein, Januschau und Schönberg. Oberländischer Kanal. Von Deutsch- Eylau führt ein Schiffsweg durch den Geserichsee zur Insel Heuwerder , weiter durch den Dubensee nach Liebemühl, wo er sich mit dem Kanal vereinigt, der den Schilling-, Pausen- und Drewenzsee miteinander verbindet. Durch den Liebemühler Forst erreicht der Kanal die Stadt Liebemühl, von wo aus er zum Eilingsee, durch den Zopf- und Krebssee zum Rötloffsee iuhrt, diesen bei Maldeuten verlässt, um in den Samrodt- und schließlich in den Pinnausee zu münden. Liebemühl ist der Knotenpunkt der Kanalanlage. Sie führt weiter zum Drausensee, vorbei an Canthen, Schönfeld, Hirschfeld, Neu Kussfeld. Teils fließt der Kanal durch Buchenwald, teils durch feldsteingemauerte Fahrrinnen. Der Kanal wurde 1844 bis 1858 erbaut und 1860 dem Verkehr übergeben. Er hatte große Bedeutung vor dem endgültigen Ausbau des ostpreußischen Eisenbahnnetzes. Die Schiffe brachten Steinkohle ins Oberland, auch Baumaterialien. Auf der Rückfahrt iuhrten sie Holz, Getreide und Feldfrüchte mit. Nach Eröffnung der Bahnlinien Thorn -Insterburg und Marienburg -Mlawa ging der Schiffstransport stark zurück. Der von Baurat Steenke geschaffene Kanal wurde ob seiner "Geneigten Ebenen" zur Touristenattraktion. Man verglich ihn mit dem Morris- kanal in den USA, der nach New York iuhrte. Oberländische Gehöfte. Hier passte man sich weitgehend den Nachbarformen an, je nach Grenzlage dem ermländischen oder dem Natanger Gehöft. Das oberländische Haus war im Grundriß rechteckig, hatte an der Längsseite eine weit vortretende Vorlaube und bestand aus Erdgeschoß, Dachgeschoß und vollem Obergeschoß über der Laube. Das Erdgeschoß War ein Bohlenbau, mit geschweiften Eckbrettern ausgeführt, die Fachwerksgiebel hatten Ständer, Riegel, Streben und verzjerte Felder (Andreaskreuz). Die Verwand- schaft mit den westpreußischen Vorlaubenhaus war hier offensichtlich. Der Landkreis Preußisch Holland. Der Kreis Preußisch Holland enstand im Jahre 1818 durch Teilung des Kreises Mohrungen augrund der im Königreich Preußen angeordneten Neugliederungen der Verwaltungsbezirke in Ausführung der " Verordnung wegen verbesserte Einrichtung der Provinzial-Behörden vom 30.ApriI1815". Kreisstadt wurde die- fast im Mittelpunkt des neuen Verwaltungsbezirks- an dem Fluß Weeske landschaftlich schön gelegene Hügelstadt Pr. Holland, die bereits seit dem Jahre 1297 durch den Landmeister des Deutschen Ordens Meinhard von Querfurt Kulmische Stadtrechte erhalten hatte. Zu dieser Zeit hatte Pr. Holland nur 2671 Einwohner und gehörte damit zur Kategorie der kleinen Städte (bis 3500 Einwohner).
Die Besiedlung des Kreises Pr. Holland erfolgte im 13 Jahrhundert durch den Deutschen Orden. Die Siedler, die sich mit der Urbevölkerung, den Prussen -einer baltischen Völkerfamilie zugehörig, die mit den benachbarten Slawen nichts gemein hatten- im Laufe der Jahrhunderte völlig vermischten, kamen hauptsächlich aus Mitteldeutschland, Westfalen und Holland. Daher zeigte auch das Wappen des Kreises Pr. Holland ein weißes Ordensschild mit schwarzem Kreuz, welches -in der Mitte unterbrochen- ein kleines Wappen enthält, das einen roten Löwen auf goldenem Grunde ( Wappen der Niederlande) darstellt. Dieses Kreiswappen, das erst 1935 entworfen und nach Begutachtung des Geheimen Staatsarchiv Berlin genehmigt wurde, lässt also erkennen, dass sich einstmals holländische Siedler unter dem Schutz des Deutschen Ordens hier angesiedelt hatten. Die Wappen:
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