Der Ort Steegen Kr. Pr.Holland
Von Fritz Lerbs ehemaliger Ortsvorsteher von Steegen.
Steegen, ein Ort, dessen Bewohner vorwiegend von der Landwirtschaft lebten.
Nachdem einige Handwerker, zwei Schuhmacher, ein Schneider und ein Maurer verstorben waren und ein Kolonialwarengeschäft eingegangen war, gab es in Steegen nur noch vier gewerbetreibende Betriebe. Es waren die Molkerei, ein Stellmacher, ein Schmiedebetrieb und eine Gastwirtschaft mit Kolonialwarengeschäft. Nicht zu vergessen die Eisenbahnbediensteten, die auch der Landwirtschaft sehr verbunden waren. Die Mehrzahl der landwirtschaftlichen Betriebe standen auf hohem Niveau.
Das kulturelle Leben hatte seit 1920 durch die vereine für einen ländlichen Ort einen hohen Stellenwert erreicht. So war Steegen einer der führenden Orte im Kr. Pr.Holland.
Im Dorf gab es die Neue Welt, am Weg nach Wickerau, den Treideldamm, den Amtskrug, der Knochenspeicher, das Butterschloß, beide Häuser sind vor und nach der Flucht abgetragen worden. Die Neue Brücke über die Elske, von hier an der Elske entlang führte der schon genannten Treidelsamm. Ihm gegenüber auf der anderen Seite der Elske war das Paradies, ein Obstgarten, in dem in der Zeit vor 1900 ein Wohnhaus gestanden hat, nun noch ein kleiner Schuppen stand.
Aus der Geschichte des Ortes Steegen
Geheimes Staatsarchiv Berlin
Kr. Pr. Holland-Amt Holland – n von Pr. Holland – MTB Nr. 1884
1296 –1298 Hf der Komtur von Elbing, Ludwig von Schippen, verleiht
dem Dorf St. Eine Handfeste. Pr. Ub. Bd. 2 Nr. 613.
1328 Apr.21 Hf (Steegen) Der Oberste Spittler und Kontur von Elbing,
Hermann von Oppen, bestätigt dem Jakob das Schulzenamt mit 5 freien Hufen in villa nostra St. Und setzt die Rechte
und Pflichten für ihn und die Einwohner des Dorfes fest.
47 Hufen zinsen je ½ Mark und 4 Hühner, vom Pflug 1
Scheffel Weizen und 1 Scheffel Roggen. Niedere Gerichtsbarkeit. Pr. Ub. Bd. 2 Nr. 613
1402-1408 Zb (Steegen) 45 Hufen zinsen je ½ Mark und 4 Hühner.
Taberne zinst 2 Mark. Gemeinde hat 6 Hufen weniger ¼ für
Je ½ Mark Zins und 4 Hühner. Summe des Hühnergeldes
3 Mark, 9 Skot, 6 Pfennig. Anstelle des Hühnergeldes
werden 135 Scheffel Hafer nach Elbing geliefert.
Gebiet Holland. Of 203/I, 31v
1445-1449 Zb (Steegen Wie 1402-1408. Of 205/III, 33
1426-1451 Zb (Steegen) Wie 1402-1408 OF 166n, 80
1484 Jan. 22 Hf (Steegen) der Komtur von Holland, Philipp von
Angelach, verleiht dem Jacob, Schulze von St. 3 freie
Hufen erblich in St. Er ist verpflichtet, die Amtspflichten
zu erfüllen, einen tüchtigen Dienst zu leisten sowie 1 Scheffel
Weizen und 1 Scheffel Korn an Pfluggetreide und ½ Vier-
dung Wartgeld zu geben. OstF 123 Nr. 96
1531 Mt (Steygem) Hat 40 Hufen, davon sind 6 besetzt. 1 Hufe ist zu Zins
für jede besetzte Hufe 1 Mark. Krugzins 4 Mark. Vom Pflug 1 Scheffel Weizen und 1 Scheffel Roggen sowie 4 Hühner.
Scharwerk verschiedener Art. 28 Zins-und 5 Schulzenhufen sind wüst. Gemeinde gibt von den wüsten Hufen, die als
Wiesen vermietet sind, 1 Mark. Der Pfarrer von Marienfelde 1 Mark für wüste, vermietete Wiesen. Die Gemeinde gibt für
die 33 wüsten Hufen 40 Scheffel Hafer. 1 Krüger und 1 Bauer OstF 122, 19v
1539 St (Steigen) 2 Schulzen, 3 Bauern, 1 Krüger und 1 Gärtner haben insgesamt 127 ½ Nächte, 2 Oss. Abgaben: 4 Mark,
16 Schilling. OstF 911a/25,10
1543 Jan. 30 Kv (Stegen) 49 Hufen zu kulmischen Recht, davon 32 besetzt.
17 wüste Hufen werden vermietet. 2 Gärtner, 1 Hirte.
8 Rauche. Ksp. Harienfelde. OstF 1275,138
1578 Juni 18 Kv /Stegen) Hat 52 Hufen von denen 2 eingepflügt sind, es
wird gleichwohl voller Dezem davon gegeben. Jede Hufe
gibt 18 Schilling Dezem, jeder Rauch 8 Schilling. Schulz
hat 5 Hufen, 12 Bauern. 3 Gärtner und 1 Schmied geben je 8
Schilling Dezem, 1 Hirte gibt 4 Schilling Dezem. Der Krüger
vom Zapfen 15 Schilling Dezem. Ksp. Marienfelde
OstF 1280, 662
1600 Ar (Stegen) Herzögliches Zinsdorf zu kulmischem Recht. Hat 52
Hufen. 5 freie Schulzenhufen, 45 Hufen mit 12 Bauern
besetzt, Gemeinde hat 2 Haufen. Alter Zins: von der
Hufe 1 ½ Mark, 4 Hühner, 1 Scheffel Kaufhafer, vom
Pflug 1 Scheffel Weizen, 1 Scheffel Korn. Neuer Zins
von der Hufe 3 Mark, 2 Scheffel Kaufhafer, 2 Scheffel
Zinshafer: von 2 Hufen 1 Scheffel Weizen, 1 Scheffel
Korn. OstF 8865, 78
1652 Ar Zinsdorf mit 52 Hufen. Der Kirche Marienfelde gewidmet.
OstF 8916,2vO
1) Erwähnt in der Verschreibung vom 21 April 1328
(Pr.Ub.Bd. 2 Nr. 613
Aus: „ Siedlungsentwicklung der preußischen Ämter
Holland, Liebstadt und Mohrungen vom 13.bis zum
17. Jahrhundert." Von Peter Germerhausen
Aus der Geschichte der Orte: Wickerau, Bunden, Rogehnen, Biesendorf
Aus der Geschichte des Ortes Wickerau
Kr. Pr. Holland-Amt Holland – n von Pr. Holland-MTB Nr. 1884
1339 Jan. 7 Hf Hochmeister Dietrich von Altenburg verleiht den
Brüdern Nikolaus und Santirme Wickerau 14 Hufen
in Luxethen und 18 ½ Hufen in Gemitten/Döbern
zu kulmischem Recht mit hoher und niederer Gerichts-
barkeit gegen Leistung eines Dienstes mit prussischen
Waffen. 1 Pfund Wachs, 1 kölnischer Pfennig. Pr. Ub.
Bd. 3 Nr. 215
1531 Mt. Wickeraw 14 wüste Hufen. Zuvor in Besitz des Spittlers in Holland.
Der Zins betrug je Hufe 2 ½ Mark und 4 Hühner.
Ist vor dem Krieg wüst geworden. Thomas von Golbitten
gibt 17 Scheffel Hafer für ein Drittel des wüsten feldes
vff der Wickeraw. OstF 122, 25 und 29
1539 St Wickeraw 3 Bauern haben insgesamt 87 ½ Nächte. Abgaben:
2 ½ Mark, 25 Schilling. OstF 911a/25, 10v
1543 Jan. 30 Kv Wickeraw 14 kulmische Hufen. 11 sind besetzt, 3 wüste
werden vermietet. 3 Rauche. Ksp. Marienfelde
OstF 1275, 140
1578 Juni 18 Kv Wickraw Hält 14 Hufen, gefällt von jeder Hufe 18 Schilling
Dezem, von jedem Rauch 8 Schilling. 4 Bauern. 1 Hirte
gibt 4 Schilling Dezem. Ksp. Marienfelde OstF 1280, 664
1600 Ar Herzögliches Zinsdorf zu kulmischem Recht. Hat 12 Hufen.
4 Bauern haben je 3 Hufen besetzt. Alter Zins: von der Hufe
1 ½ Mark, 4 Hühner, 2 Scheffel Kaufhafer; vom Pflug
1 Scheffel Weizen, 1 Scheffel Korn. Neuer Zins: von der
Hufe 3 Mark, 4 Hühner, 2 Scheffel Kaufhafer, 2 Scheffel
Zinshafer; von je 2 Hufen 1 Scheffel Weizen, 1 Scheffel
Korn. OstF 8865, 116/2
1652 Ar Wickeraw 12 Bauernhufen. Der Kirche in Marienfelde
gewidmet. OstF 8916, 2v
Aus der Geschichte des Ortes Bunden
Kr. Pr. Holland – Amt Holland – no von Pr. Holland-MTB Nr. 1884
1386 Zr Bunde 5 Weitinge genannt: Sangaw, Kirstan, Ludecke,
Dargbudt, Studete. OstF 166m, 37
1402-1408 Zb Sanglohe zinst 2 Mark für 2 Hufen, Peter 1 Mark für
1 Hufe. KA Bordehnen OF 203/I, 61
1448 Zb 21 Haken, davon geben 19 Haken Zehnten und Dienstgut
2 Haken hat ein Weiting frei. 9 Bauern. OF 203/II. 27v
1531 Mt Bundenn Prussisches Dorf von 21 Hufen. Schulz hat 3 Hufen,
14 Hufen von 4 Bauern besetzt, 4 Hufen sind wüst.
Der Schulz hat 1 freie Hufe. Er ist verpflichtet, Edelleute
und Freie zu beordern, sooft man ihrer bedarf.
Für die besetzten Hufen ½ Mark, 15 ½ Schilling, 2 Pfennig
Zins, 1 Scheffel allerlei Getreide und verschiedenes
Scharwerk. OstF 122, 24
1539 St Herzögliches Dorf. 1 Schulz und 4 Bauern haben zusammen
120 ½ Nächte, 2 Oss. Abgaben 4 Mark, 2 Schilling. OstF 911a/25, 15
1543 Jan. 30 Kv Bonden Herzögliches Dorf zu prussischem Recht.
Hat 31 ½ Haken, davon sind 22 ½ besetzt, 9 wüste Hufen
werden vermietet. 4 Rauche. 1 Hirte.
Ksp. Marienfelde OstF 1275, 128v
1578 Juni 18 Kv Hat 21 Haken, tun 14 Hufen. Von jeder Hufe 18 Schilling
Dezem, vom Rauch 8 Schilling. 7 Bauern, 2 gemeine Gärtner
1 Hirte. Die Gärtner je 4, der Hirte 2 Schilling Dezem.
Herzögliches Dorf. Ksp. Marienfelde. OstF 1280, 664
1600 Ar Herzögliches Zinsdorf zu prussischem Recht. Hat 14 Hufen
mit 7 Bauern. Früher 21 Haken. Scharwerk in Behlendorf.
Alter Zins: vom Haken 1 Mark, 1 Huhn oder 6 Schilling,
1 Scheffel Kaufhafer; vom Pflug 1 Scheffel Weizen,
1 Scheffel Korn. Neuer Zins: von der Hufe 3 Mark,
9 Schilling Hühnergeld, 2 Scheffel Kaufhafer, 2 Scheffel
Zinshafer; von je 2 Hufen 1 Scheffel Weizen, 1 Scheffel Korn
OstF 8865, 30 und 148
1652 Ar 16 ½ Bauernhufen. Gehören Churfürstl. Durchlaucht
OstF 8916, 2v
Aus der Geschichte des Ortes Rogehnen
Kr. Pr. Holland – Amt Holland – sö von Pr. Holland-MTB Nr. 1984
1329 Dez. 27 Erw (Rogayn) In der Verleihungsurkunde des Hochmeisters
Werner von Orseln für Kudyn wird R. als bestehend
Genannt: Erml. Ub. Bd. 1 Nr. 2461
1331-1332 Hf Der Oberste Spittler und Komtur von Elbing, Otto von
Dreileben, verleiht dem Dorf R. eine Handfeste
OstF 122, 118v 2
1387 Hf (Rogein) Der Oberste Spittler und Komtur von Elbing,
Siegfried Walpot von Passenheim, erneuert die Handfeste
für R. über 78 Hufen. Der Schulz erhält 8 freie Hufen zum
Schulzenamt zu kulmischem Recht mit der niederen
Gerichtsbarkeit über die Deutschen. Der Pfarrer 4 Hufen.
66 Zinshufen geben je 1 Mark. 1 Scheffel Weizen, 1 Scheffel
Korn Pflugkorn. OstF 122, 118 v.
1402-1408 Zb (Rogeyn) 66 Hufen zinsen je 1 Mark und 4 Hühner.
Gemeinde hat 8 gekaufte Hufen, zinsen je 1 Mark.
5 Hufen Wald für insgesamt 4 Mark. Anstelle des Hühner-
geldes von 4 Mark, 16 Schilling werden 222 Scheffel Hafer
nach Elbing geliefert. Gebiet Holland. Of 203/I, 28v
1445-1449 Zb (Rogeyn) Wie 1402.1408. OF 203/III. 30
1426-1451 Zb (Rogeyn) Wie 1402-1408. OF 166n, 62
1531 Mt (Rogein) 80 Hufen sind besetzt, 1 Hufe ist neu angenommen
worden. Der Schulz hat 8 freie Hufen. 59 Hufen sind wüst.
5 Bauern. Je besetzte Hufe 1 ½ Mark und 4 Hühner Zins
und 1 Scheffel Weizen, 1 Scheffel Roggen Pfluggetreide.
Verschiedenes Scharwerk. Die Rogehner und Holländer
haben 18 Morgen von den wüsten Hufen gemietet, sie geben
36 Scheffel Hafer. OstF 122, 20
1539 St (Rogein) 11 Bauern haben insgesamt 297 Nächte, 2 Oss.
Abgaben: 9 ½ Mark, 25 Schilling. OstF 911a/25, 13v
1543 Jan.31 Kv (Rogeinen) 80 Hufen mit den 4 Kirchenhufen, die vermietet
werden. 33 Hufen sind besetzt. 18 wüste Hufen werden
vermietet, 25 wüste Hufen werden nach Morgenzahl gefället.
2 Gärtner, 1 Hirte. Ksp. Holland. OstF 1275, 85
1578 Juni Kv (Rogainen) 78 Hufen, davon hat der Caplan 4 Kirchen-
hufen in Gebrauch. Die andern Hufen geben je 18 Schilling
Dezem. Jeder Rauch gibt 8 Schilling. 30 Bauern. Krüger
vom Zapfen 15 Schilling Dezem, 4 Gärtner und 2 Hirten je
4 Schilling Dezem. Ksp. Holland. OstF 1280, 613
1600 Ar (Rogeinenn) 76 Hufen, Pfarrer hat 4, die beiden Schulzen
haben 8 Hufen frei. 28 Bauern halten 64 Hufen besetzt.
Alter Zins: von der Hufe 1 ½ Mark, 4 Hühner, 1 Scheffel
Kaufhafer; vom Pflug 1 Scheffel Weizen, 1 Scheffel Korn.
Neuer Zins: von der Hufe 3 Mark, 4 Hühner, 2 Scheffel
Zinshafer; von je 2 Hufen 1 Scheffel Weizen, 1 Scheffel
Korn. OstF 8865, 82
1652 Ar. Kirchdorf mit 72 Zins- und 4 Kirchenhufen.
OstF 8916, 3